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Description:The Oilcrash (deutsch) Apokalyptisch ist ein vielleicht etwas zu grosses Wort. Ohne Frage verlässt man
aber den Film des Zürchers
Basil Gelpke und seines Kollegen Ray McCormack aus Dublin mit einem mulmigen
Gefühl. Die Dokumentaristen
beziehungsweise ihre Gewährsleute - rund zwei Dutzend namhafte Experten
verschiedenster Couleur - gehen
davon aus, dass es bereits in unangenehm naher Zukunft unmöglich sein werde, den
heutigen Lebensstandard
aufrechtzuerhalten. So wer...Apokalyptisch ist ein vielleicht etwas zu grosses Wort. Ohne Frage verlässt man
aber den Film des Zürchers
Basil Gelpke und seines Kollegen Ray McCormack aus Dublin mit einem mulmigen
Gefühl. Die Dokumentaristen
beziehungsweise ihre Gewährsleute - rund zwei Dutzend namhafte Experten
verschiedenster Couleur - gehen
davon aus, dass es bereits in unangenehm naher Zukunft unmöglich sein werde, den
heutigen Lebensstandard
aufrechtzuerhalten. So werde etwa der Flugverkehr «zu einem grossen Teil
eingestellt» werden müssen, wird
gesagt. Die Frage sei nur noch, wann «Peak Oil» erreicht sein wird, der
Zeitpunkt, ab dem an sämtlichen
Förderorten die Menge des geförderten Erdöls nur noch abnehmen kann.
Optimistische Prognosen gehen
offenbar vom Jahr 2030 aus, andere erwarten ihn zwischen 2030 und 2010, und für
die Pessimisten steht
er unmittelbar bevor, wird also noch vor 2015 erreicht.
Dem Film ist es einerseits um eine Bestandesaufnahme der beunruhigenden
Abhängigkeit der Weltwirtschaft
vom Erdöl zu tun. Dabei macht von den Fachleuten keiner den Anschein, als
schwelge er in wohlfeilen
Untergangsszenarien: schon gar nicht die Vertreter «harter Wissenschaften» wie
die Ingenieure, Geologen
und Physiker, aber auch nicht die Politologin, der frühere Generalsekretär der
Opec oder der Anwalt und
Gründer von lifeaftertheoilcrash.net. Daneben entwirft der Film eine knappe
Kultur- oder doch
Zivilisationsgeschichte jenes Ölzeitalters, das - von den ersten Bohrungen in
Pennsylvania, 1859 - nun also
rund 150 Jahre gedauert hätte.
Die Konstanten heissen Verschwendung und Raubbau. Wenn, wie gesagt wird, Benzin
die «billigste Flüssigkeit ist,
die man in den USA kaufen kann», «grotesk billig» etwa im Vergleich zu Kaffee,
dann entsprechen dieser
Verschleuderung von Ressourcen die Bilder erschöpfter, wertloser
Ruinenlandschaften: in McCamey in Texas
so gut wie in Baku, wo das «Exkrement des Teufels» in den um 1900 aufgenommenen
Bildern einfach so aus
der Erde zu quellen scheint. Die Filmemacher bringen rares und wiederholt sehr
aussagekräftiges Archivmaterial
bei. Schade nur, dass sich die Zahlen, Daten, Fakten, die die talking heads
zusammen mit dem Kommentar
ausbreiten, in einer Kadenz folgen, dass sie den Zuschauer bald einmal unter
sich begraben.
Die seit Godfrey Reggios «Koyaanisqatsi» (1982) beliebten, im extremen
Zeitraffer beschleunigten Autoströme
zischen auch hier wieder über die Leinwand, zudem mit Musik von Philip Glass
unterlegt. Doch nun wird das
Sinnbild einer dem Untergang geweihten Zivilisation überlagert vom Ausdruck
einer in fieberhaft-hektischer
Bewegung erstarrenden Weltwirtschaft. Wie ein Geologe sagt, war der
Förderungs-Peak in den USA um 1970
erreicht; darauf folgten die Erdölkrise und ein Explorationsboom, der von der
Nordsee über Alaska bis nach
Sibirien reichte. Die Politologin Terry Lynn Karl geht für die Zukunft von
verschärften Verteilkämpfen aus.
Die Stanford-Professorin, die vom «O-word» spricht, das im Zusammenhang mit dem
Irak- Krieg nicht habe
geäussert werden dürfen, bezeichnet etwa im Fall von Darfur den ethnischen
Konflikt als bloss vorgeschoben.
Es ist in der Tat erschreckend, sich zu vergegenwärtigen, dass um 1950 «die
Hälfte der Welt kein Öl
rauchte» - und «China und Indien nun an eine Party kommen, auf der die Gläser
bereits halb geleert sind». moreless
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